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TIERSCHUTZVEREIN ACHERN UND UMGEBUNG e.V.
mit Rheinau
Geschäftsstelle:
Tierschutzverein Achern
Frédérique Weiss
Russhaldeweg 11
77876 Kappelrodeck
Telefon: 07842 - 83 91
Fax: 07841 - 29 01 72
Email: weiss@tsv-achern.de
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  • Wir setzen uns zur Aufgabe den Tierschutzgedanken zu vertreten und zu fördern. Durch Aufklärung, Belehrung und gutes Beispiel, das Verständnis für die Tiere zu wecken.
  • Unser Verein besteht ausschliesslich aus ehrenamtlichen Mitarbeitern, die sich mit viel Engagement für das Wohl der Tiere einsetzen.
  • Tiere können nicht für sich selbst sprechen! Deshalb ist es so wichtig, dass wir Menschen für sie die Stimme erheben.
  • Tierschutz funktioniert nicht ohne Naturschutz. Wir setzen uns ein für eine lebenswerte Umwelt.
  • Tierschutz geht uns alle an!Tierschutzverein Achern und Umgebung e.V. mit Rheinau
Chronik des Tierschutzvereins Achern und Umgebung e.V.Die Gründung des Tierschutzvereins Achern

Der Deutsche Tierschutzbund wurde im Jahre 1881 als Dachorganisation der Tierschutzvereine und Tierheime  in Deutschland gegründet, um dem Missbrauch von Tieren wirksamer entgegentreten zu können. Anfang der sechziger Jahre wurde intensiv Werbung für die Gründung regionaler Tierschutzvereine betrieben. Bezirksvorsitzende des Bundesverbandes luden über die Tagespresse interessierte Bürger der Region Achern zu einem Treffen ein, mit dem Ziel, einen Tierschutzverein in Achern zu gründen.
Im Restaurant Stadtgarten trafen sich daraufhin im Sommer des Jahres 1963 25 Interessierte und beschlossen gemeinsam die Gründung des Tierschutzvereins Achern und Umgebung. Das erste offizielle Mitglied war der damalige Bürgermeister der Stadt Achern, Richard Kraemer. Als darüber diskutiert wurde, wer die Vorstandschaft des Vereines übernehmen solle, war es Kraemer, der Heinz Kirsch, das zweite Gründungsmitglied, für dieses Amt vorschlug. Unterstützt durch Erwin Schley, auch „der Katzenvater“ genannt, als zweiten Vorsitzenden, stand Kirsch dem Verein die ersten zehn Jahre vor und lehrte ihn im übertragenen Sinn das Laufen.
Zwar dem Tierschutz verschrieben aber in vielen Dingen noch unwissend, verschaffte man sich anfangs die notwendigen Kenntnisse über alle Arten von Tieren und deren spezifische Haltung, indem man entsprechendes Filmmaterial von der Leihfilmstelle in Bühl bezog. Der Anspruch des Vereines war es, sich nicht nur um das Wohlergehen von Katzen und Hunden zu kümmern, sondern jedes Tier, gleichwohl welcher Gattung, zu schützen.
Die erste Mitgliederversammlung des neu gegründeten Vereins fand am 12. Dezember 1963 statt. Im ersten Winter nach der Gründung verbrachten die Tierschützer viel Zeit mit dem Bau und Aushang von Vogelhäuschen, um das Überleben überwinternder Vögel zu gewährleisten.


Die sechziger und siebziger Jahre

Unter dem Motto „Wir protestieren gegen den Handel mit Katzen und Hunden für Tierversuche“ verhinderten die Aktivisten des Acherner Tierschutzvereins am 09. Juli 1969 das lebensverachtende Vorhaben eines Heidelberger Ehepaares. Laut eines Inserates wurden Hunde und Katzen für experimentelle Zwecke zu kaufen gesucht. Mitglieder des Tierschutzvereins kamen den Händlern jedoch zuvor und kauften alle Tiere, die ansonsten im Labor hätten enden müssen, selbst auf. Für nur fünf Mark waren tatsächlich einige Menschen dazu bereit, gesunde junge Tiere ohne einen Gedanken an deren weiteren Verbleib, gewinnbringend an die Tierhändler zu veräußern.
In einigen Straßen, in denen Übergaben stattfinden sollten, wurden Auto-Barrikaden errichtet und die Händler konnten nicht verhindern, dass alle angebotenen Tiere in den Besitz des Tierschutzvereins übergingen. Die Händler traten schließlich erzürnt den Rückzug an - die Erfolgsbilanz des Vereins belief sich auf 15 ausgelöste Katzen und einen Hund. Die Tiere wurden ärztlich untersucht und kamen danach im Tierheim Ottersweier unter.
Im Jahr 1965 gelang es dem Tierschützer Bentkowski aus Bühlertal zum symbolischen Preis von einer D-Mark, die alte Ziegelei in Ottersweier zu pachten. Es war notwendig geworden, Fund- und Pensionstiere, allem voran Hunde, an einem geeigneten Platz unterbringen und versorgen zu können. Zu Beginn waren dort weder Strom noch Wasser vorhanden, das technische Hilfswerk half mit  Wassertanks, um eine Grundversorgung der Tiere sicherzustellen. Als die ersten Hunde im Tierheim aufgenommen worden waren, fand die Einrichtung Unterstützung durch den Tierschutzverein Achern, unter dem 1. Vorsitzender Heinz Kirsch (1963-1973).
Neben den freien Nachmittagen, die Herr Kirsch und andere Helfer im Tierheim verbrachten, leistete der Tierschutzverein auch finanzielle Aufbauhilfe. Nachdem 5.000 DM in den tiergerechten Umbau des Anwesens investiert worden waren, konnten dort ca. 20 Hunde aufgenommen werden.
1980 gründete Maria Münter (zweite Vorsitzende von 1973-1979), die schon in den Jahren zuvor in der Auffangstation gearbeitet hatte, das Tierheim Ottersweier in der alten Ziegelei. Die damals schon über siebzigjährige Tierschützerin hatte das Zuckerbergschloss an die Gemeinde Kappelrodeck verkauft und erwartete für den Umbau und die Sanierung des Tierheims weitere Gelder aus den Rücklagen des Tierschutzvereins - diesem Wunsch konnte aus Sicht des Vereines mit damaligem Vorsitz durch Erich Brandhorst (1973-1983) nicht entsprochen werden. Das Kreistierheim Ottersweier wurde danach von M. Münter mehr oder weniger vereinsunabhängig weitergeführt.


Die achtziger Jahre

Um das Fachwissen der aktiven Mitglieder weiter auszubauen, veranstaltete der damals zweite Vorsitzende Klaus Landler (1982-1985) im Vereinslokal am Stadtgarten Vorträge mit wechselnden Referenten aus der Praxis. Auch mit dem Landesverband für Tierschutz Baden-Württemberg mit Sitz in Karlsruhe wurde seitdem intensiver Kontakt gepflegt. Um eine zentrale Pflegestation für Fundtiere einrichten zu können, fasste der Tierschutzverein Anfang der achtziger Jahre das Lokal unterhalb des Stadions in Achern ins Auge. Trotz aller Bemühungen lehnte die Stadtverwaltung dies letztendlich ab. 1982 verhandelten Klaus Landler und Dr. Otmar Früh wiederum mit den Behörden um ein Grundstück auf dem Hundeplatz nahe der Illenau. Die Pläne für ein kleines Haus hatten die beiden Herren bereits in der Tasche, die von der Stadt angesetzten Erschließungskosten in Höhe von 150.000 DM machten aber leider auch dieses Vorhaben undurchführbar.
Und obwohl immer wieder geeignete Gebäude und Grundstücke zum Aufbau einer Pflegestation erwogen wurden, konnte dieser Wunsch bis heute nicht in die Tat umgesetzt werden. Die Gründe hierfür liegen einerseits in den hohen Kosten, die bei Einhaltung der Bauvorschriften für eine Tierstation zwangsläufig entstehen und andererseits in der gesetzlichen Verordnung, dass auch in einer kleinen Pflegestation für beispielsweise 15 Katzen nur ein ausgebildeter Tierpfleger die richtige Versorgung und Pflege der Tiere gewährleisten kann.
Im Jahr 1984 konnte man, nach nur einjähriger Amtszeit von Angelika Korte, den Acherner Tierarzt Dr. Otmar Früh als ersten Vorstand gewinnen, der dieses Amt bis 1996 innehatte. Durch seine Arbeit in der Tierarztpraxis bekam der tiermedizinische Aspekt in der täglichen Tierschutzarbeit ein neues Gewicht. Unter Dr. Frühs Vorstandschaft begannen regelmäßige Kastrationsaktionen, um ein gleichbleibend starkes Wachstum der Katzenpopulation abzuschwächen.
Wenige aktive Mitarbeiter, es seien stellvertretend nur Renate Matuszczak und Margarete Tillmann genannt, lagen teilweise stundenlang auf der Lauer, um verwilderte Katzen mit ihren bloßen Händen einzufangen. Die damals noch wenig verbreitete Ansicht, vor allem weibliche Katzen, müsse man kastrieren, um ungewünschten Nachwuchs zu vermeiden, veranlasste die Tierschützer innerhalb weniger Tage ganze Katzenkolonien einzufangen und diese nach deren Kastration wieder in ihre gewohnte Umgebung zurückzubringen. 
Der Erwerb von Drahtfallen für Katzen erleichterte die Fangarbeit ganz erheblich, im Durchschnitt wurden somit jedes Jahr etwa 300-400 Katzen davor bewahrt, ihren zahlreichen Nachwuchs, weil unerwünscht, ertränkt oder erschlagen zu sehen.
Um alle Kastrationen finanzieren zu können, wurden Haus- und Straßensammlungen durchgeführt. Als besonders wichtig erwiesen sich die zahlreichen Infostände wie z.B. jährlich zum Welttierschutztag am 04. Oktober, sowie die Präsenz an Stadtfesten und Weihnachtsmärkten. Nicht nur etwas Geld kam auf diese Weise in die Kasse, man konnte auch auf die Arbeit des Tierschutzvereins in der eigenen Region aufmerksam machen und neue Mitglieder gewinnen.
In Form eines jährlichen Zuschusses erhielt der Tierschutzverein erstmals Anfang der 90er Jahre finanzielle Unterstützung vonseiten der Stadt Achern.

Überwiegend waren und sind es jedoch Spenden und Mitgliedsbeiträge, die das Überleben des Vereines sichern.
Die 1983 eingeführten Tierpatenschaften richteten sich an Tierfreunde, die selbst kein eigenes Tier halten konnten. Ein kleiner Beitrag sicherte die Versorgung des ausgewählten Patentiers in einer privaten Pflegestelle. Über das Wohlergehen des Tiers wurde der Pate auf dem Laufenden gehalten.
Auch die Einrichtung und Unterhaltung von Igelstationen wurde in den achtziger Jahren zu einem festen Bestandteil der Tierschutzarbeit - wer Platz und Zeit während der Igelüberwinterung aufbringen konnte, wurde mit den wichtigsten Kenntnissen vertraut gemacht.
Zu dieser Zeit wurde auch eine Aktion mit dem Titel „Nimmst du mein Tier, nehm ich dein Tier!“ vom Bundesverband für Tierschutz initiiert. Auch Achern startete dieses Pilot-Projekt, das darauf abzielte, dass Tierbesitzer untereinander die Pflege ihrer Haustiere zur Urlaubszeit übernehmen sollten. Indem Tierfreunde während des Urlaubs ihr Tier gut versorgt wussten, erwartete man die gleiche Umsicht bei der Versorgung des jeweils anderen Urlaubstieres. Man hoffte dadurch die Anzahl der allsommerlich ausgesetzten Haustiere geringer halten zu können. Bis heute wird die Vermittlung von Urlaubspflegestellen üben den Tierschutzverein erfolgreich geleistet.
Die Arbeit der Tierschützer wurde mit jedem Jahr vielfältiger was sicherlich auch der gewachsenen Erfahrung der aktiven Mitarbeiter zuzuschreiben ist. Von verletzten Vögeln über ausgesetzte Hunde bis hin zu nicht artgerecht gehaltenen Schafen machten es sich die Tierschützer zur Aufgabe, allen Hinweisen von Tiermisshandlung oder schlechter Versorgung nachzugehen. Kranke oder verletzte Tiere wurden ärztlich versorgt und kamen anschließend zu einer Pflegestelle. Sobald es möglich war, wurden die Tiere dauerhaft vermittelt. Immer häufiger war es notwendig, verletzte Hunde oder andere Tiere in einem entsprechend ausgerüsteten Fahrzeug zu transportieren. Ein Gönner des Vereins spendete zu diesem Zweck einen alten Audi Kombi, dessen große Ladefläche ihn zum idealen Transportfahrzeug machte. Später wurde der Fuhrpark noch um einen Renault erweitert und bestmöglich mit den geringen zur Verfügung stehenden Mitteln ausgerüstet. Trotz dieser technischen Unterstützung wurde es immer schwieriger, das ganze Gebiet von Bühl über Achern, Renchen bis nach Oppenau und Bad Peterstal mit nur einer Handvoll aktiven Helfern zu betreuen.

Gründung des Tierschutzvereins Bühl

Im Oktober 1987 wurde anlässlich des Welttierschutztages ein Infostand in Bühl abgehalten und parallel in allen Bühler Geschäften Listen des Tierschutzvereins Achern ausgelegt, in die sich Menschen aus Bühl und Umgebung eintragen konnten, die Interesse an der Gründung eines Tierschutzvereines Bühl hatten.
Die damalige zweite Vereinsvorsitzende, Margarete Tillmann (1986-1991, danach fünf Jahre lang erste Vorsitzende in Achern), sprach einen der Interessierten (Herr Maschke) an, der sich daraufhin um die Gewinnung von weiteren Mitgliedern im Raum Bühl kümmerte.
Die offizielle Gründung des Bühler Tierschutzvereins fand etwa ein Jahr später statt, am 30.11.1988 - nach und nach begann der TSV Bühl auf eigenen Beinen zu stehen und war nur noch in Ausnahmesituationen auf gezielte Unterstützung aus Achern angewiesen.

Gründung des Tierschutzvereins Oberkirch

Aus Sicht des Tierschutzvereins Achern war die Gründung eines eigenen Tierschutzvereines in Oberkirch im Jahr 1996 ein weiterer Schritt in Richtung Dezentralisierung der Tierschutzarbeit. Ursula Flohr und Karin Epple-Grimmig, die bis zu diesem Zeitpunkt beide dem Vorstand des TSV Acherns angehörten, übernahmen in der Anfangszeit den Großteil der praktischen Arbeit, deren Schwerpunkt im Raum Oberkirch, wie im übrigen in allen ländlichen Gebieten, die Katzen darstellten. Das umfassende Gebiet des Renchtals wird seitdem von einem wachsenden TSV Oberkirch betreut.

Der Tierschutzverein Achern und Umgebung heute

Im Tierschutzverein selbst hat sich in den letzten 40 Jahren so einiges getan. Neben den obligatorischen Vorstandstreffen werden mehrmals im Jahr Regionaltreffen abgehalten, bei denen neben Vertretern des Landestierschutzverbandes Baden Württemberg auch Mitglieder der umliegenden Vereine wie zum Beispiel Baden-Baden, Bühl, dem hinteren Kinzigtal und Oberkirch zugegen sind, um aktuelle Geschehnisse zu besprechen und gemeinsame Aktionen zu planen. Die Zusammenarbeit der Vereine untereinander und die Verfolgung eines gemeinsamen Ziels wird auch in der Zukunft eine hohe Priorität besitzen, denn nur gemeinschaftlich können überregionale Forderungen des Tierschutzes, wie zum Beispiel die Abschaffung von Tiertransporten durch Europa, erreicht werden.
Der Landesverband bietet des weiteren regelmäßig qualifizierte Seminare in Stuttgart an, bei denen erweiterte Kenntnisse wie z.B. die erfolgreiche Vermittlung von Fundtieren oder erste Hilfe bei Hunden von Fachreferenten aus der Praxis eindrucksvoll vermittelt werden.
Neben der aktiven Tierschutzarbeit ist es in den letzten Jahren immer wichtiger geworden, eine möglichst intensive Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Aus dieser Einsicht heraus entstand in den neunziger Jahren das „Tierschutzblättl“, das vierteljährlich in Einkaufsmärkten ausgelegt wurde und über die Vorkommnisse der letzten Monate berichtete. Im Frühjahr dieses Jahres erschienen die „Vereinsnachrichten“ des Tierschutzvereins, die neben den Mitgliedern auch andere Menschen unserer Region über die umfassende Arbeit, die der Tierschutzverein auch für Sie leistet, in einem Jahresrückblick zu informieren und um sich von den zahlreichen dubiosen Tierschutzorganisationen, die allerorts wie Pilze aus der Erde schießen, abzugrenzen.Natürlich ist der Tierschutzverein ganz zeitgemäß auch im Internet vertreten - besuchen Sie uns unter www.tsv-achern.de  und lesen Sie, welche Aktionen wir demnächst planen oder werfen Sie einen Blick in unsere umfangreiche Bildergalerie.

Rückblickend danken wir allen Mitgliedern des Tierschutzvereins für ihre treue Unterstützung, unser besonderer Dank gilt dabei den aktiven Mitgliedern, damals wie heute, ohne die unsere Arbeit zum Wohl der Tiere nicht zu bewältigen wäre.

Für die Zukunft wünschen wir uns viele tatkräftige Helferinnen und Helfer, die uns in unserer Arbeit in einem Gebiet, das von der Schwarzwaldhochstrasse bis an den Rhein reicht, unterstützen möchten. Ganz egal ob als zeitweilige Pflegestelle für Fundtiere oder als ehrenamtliche/r Mitarbeiter/in bei unserer Aufklärungsarbeit - jede Form der Hilfe ist wertvoll und wünschenswert wenn es darum geht, Verantwortung für unsere Mitgeschöpfe zu übernehmen.